Kunststoff Recycler befreien den Planeten von Plastikmüll

Veröffentlicht am 13.06.2016 in: Konsum und Umwelt erstellt von Gerd Pfitzenmaier

Statt Protest, soll Fantasie die Erde säubern: Der niederländische Designer Dave Hakkens bietet der Plastik-Verschmutzung des Planeten die Stirn - ganz ohne Demonstrationen, Plakate oder Unterschriftensammlungen. Stattdessen sind Ideen gefragt und Geschäftssinn. Hakkens baute nämlich kurz entschlossen eine simple Recycling-Apparatur, mit der jede und jeder, die oder der Kunststoff-Reste sammelt, wo auch immer auf der Welt das Material recyceln und daraus neue Produkte fabrizieren kann. Hakkens macht Umweltschutz also zu einem Geschäft. Blumentöpfe, Türgriffe, Spielzeug, Schüsseln: Der Rohstoff für solch nützliche Dinge nämlich liegt überall in der Natur und völlig kostenlos herum. An Stränden oder in Straßengräben ist Plastikmüll zu haben – nur einsammeln müssen wir ihn. Dave Hakkens ist sicher: „Plastikrecycling macht die Welt bunter.“

Sein Engagement macht enorm Sinn: Plastik ist mehr und mehr ein weltweites Problem. Von 1,5 Millionen Tonnen kletterte die jährliche Produktion von Kunststoffen bis 2014 schon auf 311 Millionen Tonnen. Weil sich das Material der Produkte – vom Babyschnuller über die Einkaufstüte oder Haushalts-Waren bis zu Möbeln, Kleidung und Fahrzeugteilen – aber nahezu nicht zersetzt, verstopft es am Ende des Gebrauchs fatalerweise nicht nur die Deponien. Es landet als gefährlicher Fremdkörper in der Landschaft und im Meer. Inzwischen bedecken riesige Kunststoffteppiche die Ozeane, sie sinken selbst bis auf dem Grund des Nordpolarmeers. In 35 Jahren, das sagen mittlerweile Wissenschaftler, gibt es im Ozean mehr Kunststoff als Fische. Im Nordpazifik treibt schon jetzt ein Müllstrudel mit 100 Millionen Tonnen Kunststoff, der mittlerweile so groß ist wie Zentraleuropa. Seevögel, Fische und Meeressäuger fressen das Plastik – und sterben daran. Jüngstes Beispiel sind die in der Nordsee gestrandeten 13 jungen Pottwale. Bei deren Obduktion der tonnenschweren Tiere fanden Wissenschaftler in den Mägen Fischernetze, Autoteile oder Eimer.

 

Das muss nicht sein. Wie die Experten der Reparaturrevolution, ist auch Dave Hakkens überzeugt, dass es sinnvoller ist, gebrauchte Dinge so lange wie möglich weiter zu nutzen, sie zu reparieren, wenn sie kaputt gehen oder sie wenigstens in wieder Brauchbares zu recyceln. Hakkens Maschine kann genau das. Mit ihr lassen sich Plastikteile problemlos in Flakes schreddern. Die kann ein frisch gebackener Recycling-Unternehmer dann - ebenfalls ganz einfach - einschmelzen und nach Belieben in eine neue Form gießen. Der Erfinder will dafür jetzt auf dem ganzen Planeten eine große Schar solcher neuer Kleinunternehmer ermutigen, ebenfalls ins Recycling-Business zu starten – und als Rohstoff dabei die Müllberge einzuschmelzen. Deshalb teilt der Designer sein Wissen, wie das geht, mit allen Menschen. Auf seiner Website veröffentlicht er alles, was es braucht, um aus Abfall-Kunststoff neue Produkte herzustellen.

 

Dave freut sich über alle, die ebenfalls mitmachen: „So können wir gemeinsam die Erde vom Plastikmüll befreien.“